Standard für die German Rex (gemäss FIFe und WCF)
Körper:
Der Körper ist von mittlerer Grösse und Länge. Er soll kräftig und muskulös aber
nicht massiv oder plump sein. Die Brust ist im Profil gerundet und kräftig. Der Rücken
ist gerade. Die Beine sind verhältnismässig fein und von mittlerer Länge. Die Füsse
sind gut ausgeprägt, eine ovale Form andeutend.
Kopf:
Der Kopf ist gerundet, mit guter Breite zwischen den Ohren, einem kräftigen Kinn und
gut entwickelten Wangen. Die Nase weist eine leichte Einbuchtung am Ansatz auf. Die Augen
stehen in gutem Abstand zur Nasenlinie, eher wei-ter aussen als nach innen.
Augen:
Die Augen sind von mittlerer Grösse, gut geöffnet und rund, von leuchtender Farbe,
die zur jeweiligen Haarfarbe harmonierend soll.
Ohren:
Die Ohren sind mittelgross, breit am Ansatz und an den Spitzen leicht ge-rundet. Die
Aussenseite ist mit feinem Haar dicht besetzt, die Innenseite leicht behaart.
Schwanz:
Der Schwanz weist eine mittlere Länge auf. Von einem mittleren Ansatz aus leicht
zulaufend zu einer rundlichen Spitze. Eine gute Behaarung aufweisend muss er ohne jeden
Defekt im Knochenbau sein.
Fell:
Das Rexfell ist verschieden von dem Normalfell und das wesentliche Merkmal der German
Rex. Durch das Fehlen der Grannenhaare fasst sich das Fell weich und samtig wie ein
Maulwurfpelz an. Das Fell ist kurz und plüschartig, mit ein-deutiger Tendenz zur
Welligkeit oder Lockung. Abgeschlossen ist die Locken-Entwicklung oft erst mit zwei
Jahren. Bei Jungtieren ist das zu berücksichtigen. Die Schnurrhaare sind kürzer als
Normal und gekrümmt. Es sind alle Fellfarben erlaubt.
Wiebke von Assindia (w) |
Wer kennt sie schon genauer, diese German-Rex-Katze, die um ihren Platz
in der Katzenwelt kämpfen musste? Wer hat sie eigentlich schon richtig angesehen? Man
muss ja auch viel Glück haben, um diese Rassekatze überhaupt auf Ausstellungen zu
finden, denn selten wird sie da gezeigt. Der Züchterkreis ist klein, stets sehr klein
geblieben. Kein Wunder, machten ihr doch die später eingeführte Cornish und Devon den
Rang streitig in der Gunst des Publikums. Durch den ausländischen Reiz gefallen die
Cornish und die Devon offenbar mehr, obwohl sie kaum mehr zu bieten haben. Mag ja sein,
dass ihre Unbekanntheit daher kommt, dass die German Rex in Berlin-Buch, also im
(ehemaligen) Ostteil der Stadt, ihr Debüt gegeben hat und ihre Schönheit im Verborgenen
zu blühen begann. Da möchte man meinen, dass sie wenigstens dort Karriere machen konnte
- weit gefehlt. Auch der VKSK, die Dachorganisation vor allem für Nutztiere in der
(damaligen) DDR, dem die Rassekatzenzüchter unterstellt waren, hatte kaum ein Herz für
die German Rex, obwohl sonst keine Gelegenheit ausgelassen wurde, "patriotische
Erfolge" herauszustellen. Züchterisch steckt schon einiges in ihnen, den Deutschen
Rexen, auch wenn zunächst aus Unkenntnis Irrwege beschritten wurden, indem man Paarungen
mit den englischen Mutationen versuchte.
Zu den Besonderheiten dieser liebenswürdigen Katze. Es lohnt sich schon, sie
kennenzulernen, denn sie ist recht interessant und hat einige Vorteile zu bieten, auch was
ihre herbe Schönheit anbelangt. Man müsste sie nur einmal richtig ansehen. Als deutsche
Katze müsste sie eigentlich auch einen deutschen Namen tragen. Aber sogar dafür und für
den Platz im Standard musste sie ihr bescheidenes Stimmchen, das der Rex-Liebhaber so
schätzt, ertönen lassen, lauter als es ging, um sich Anerkennung zu verschaffen. Dabei
war die German Rex sogar die erste von allen, älter als die später aufgetretenen
englischen Mutationen, von denen eine zufällig bei einem Kaninchenzüchter in Cornwall
(im späteren Südwesten von England) eines Tages in einem Hauskatzenwurf auftauchte. Und
da diese Bauern Rex-Kaninchenzüchter waren und sich wunderten, verglichen sie das noch
nie gesehene Fell mit dem ihrer Rex-Kaninchen und fanden es ähnlich. So kam die Katze zu
ihrem Namen Rex-Katze. Die das Besondere an Katzen liebenden Briten übernahmen diese
Bezeichnung dann auch in ihren Standard, während man für die erste in Deutschland schon
existierende Katze dieser Rasse noch gar keinen entsprechenden Namen hatte. Ihre
Besitzerin wusste schon um die Besonderheit und stellte ja auch erste Zuchtversuche an,
nannte die Katze freilich ihres Felles wegen einfach nur "Lämmchen". Das war
eigentlich mehr ein Kosename, mit "Lammkatzen" hätte man sie im Standard kaum
führen können, das war sicher zu hausbacken. In Deutschland war damals in der schweren
Nachkriegszeit die Rassekatzenzucht und -haltung ohnehin unterentwickelt und niemand
machte sich Gedanken darum.
Bacardi the frizzled frolic
(m) at 4weeks of age |
Die Geschichte der German Rex beginnt vor etwas mehr als 60 Jahren. 1930/1931 wurden in
Königsberg (Ostpreussen) 2 blaue Katerchen geboren. Der Vater war ein Russisch blau und
die Mutter eine braune Angorakatze. Das Besondere an diesen 2 Katerchen war ihr Fell;
gelockt, weich, kurz und es bestand nur aus Unterwolle. Einer dieser Kater kam in den
Besitz von Frau Schneider. Sie nannte ihn "Munk". Sie fand ihn so
aussergewöhnlich, dass sie Munk bei einem Fotografen ablichten liess, züchterische
Interessen hatte Frau Schneider leider nicht. Munk lebte als Strassenkater und deckte die
Kätzinnen des Ortes. Das Schicksal seines Bruders ist unbekannt. Von Munk weiss man aber,
dass er der erste German Rex war und er starb 1945. Aus, fertig; so hätte diese Rasse
enden können.....
6 Jahre später, also 1951, fiel dann einer Ärztin - Frau Dr. Scheuer-Karpin - im Garten
der Berliner Hufeland-Klinik eine verwilderte gelockte Katze auf. Sie war dem
Klinikpersonal bestens bekannt, wurde dieses Tier doch schon mindestens 4 Jahre
durchgefüttert. Es gelang Frau Doktor an einem Herbsttag die Katze mit dem gelockten Fell
ins Haus zu holen. Das Fell war schwarz, mit wenig weiss. Frau Dr. Scheuer-Karpin tippte
gleich auf eine Mutation und nannte die Katze "Lämmchen", des gelockten Felles
wegen. Gleichzeitig holte sie sich auch den ebenfalls im Garten lebenden Kurzhaar-Kater
"Blackie" ins Haus. Frau Dr. Scheuer-Karpin kannte den Kater Munk nicht, für
sie galt Lämmchen als die Urmutter aller German Rex Katzen. Niemand weiss genau, ob
Lämmchen eine 2. Rexkatze war, von der Natur gezüchtet, nach Kater Munk. Man nimmt an,
dass Lämmchen ein Nachkomme Munks ist. Es ist doch denkbar, dass in den Kriegswirren ein
Kätzchen mit nach Berlin genommen worden ist.
Um die natürliche Mutation zu beweisen, sollte Lämmchen mit einem ihrer Söhne gepaart
werden. Das gelang aber erst, nachdem die grosse Liebe, der Hauskater "Blackie"
1957 starb. Lämmchen paarte sich dann mit ihrem Sohn Fridolin. In diesem Wurf befanden
sich zwei gelockte Katzen. Damit war bewiesen, dass das Rexfell durch eine Mutation
entstand.
Nach dem Krieg gingen leider fast alle Rex-Katzen ins Ausland. Diese neuartigen Katzen
wurden beliebte Tauschobjekte für Lebensmittel oder Dollars. So kam die German Rex nach
USA und England. Sie wurde später mit Cornish- und Devon-Rex Katzen gekreuzt - schon bald
gab es keine reinen German Rexe mehr.
Lämmchen paarte sich mit einem Creme-weiss-Kater aus der Nachbarschaft und sie bekam drei
glatthaarige Katerchen. Den Schwarzen behielt sich die Züchterin und nannte ihn
"Blackie II". Aus dieser Verpaarung kamen drei Katerchen, welche die
Stammesgeschichte der German Rex beeinflussten. Christopher Columbus reiste ebenfalls in
die USA, Marco Polo kam nach Frankreich und Curlie blieb in der damaligen DDR. Dank sehr
genauen Notizen von Frau Dr. Scheuer über die Zucht, die Auswahl der Elterntiere, den
Angaben der Farben und den neuen Besitzern der Jungtiere, kann die Entstehungsgeschichte
der German Rex bis ins kleinste Detail verfolgt werden.
In den 60-er Jahren bemühte sich vor allem der Zwinger "vom Grund" um die
German Rex. 1966 wurde Jeannette vom Grund geboren. Sie war die erste German Rex, die ein
CAC erhielt, anlässlich der Internationalen Rassekatzenausstellung 1970 in Prag.
IC. Michelle von Assindia (f) |
Man weiss, dass 1968 in Berlin neben Jeannette noch zwei weitere reine
Lämmchen-Nachfahren lebten: Beatrix und Brutus. Diese drei Tiere wurden von der Familie
Barensfeld in (damals) Ost-Berlin gekauft und es wurde eine Zucht aufgebaut, der wir heute
die gelungene Erhaltung der einzigen deutschen Katzenrasse verdanken. Ganz früh wurden
alle Rexkatzen untereinander gekreuzt. Noch wusste man nichts von den verschiedenen
Rex-Genen. So verwischten die einzelnen Rassen immer mehr und drohten, verloren zu gehen.
1970 verpaarten Züchter in Kalifornien erstmals Cornish Rex und German Rex miteinander.
Erst viel später trennte man diese vermischten Typen wieder und die Cornish wurde durch
Einkreuzen von Siam-Katzen näher zum orientalischen Typ gebracht. Die Verpaarungen
zwischen der Cornish Rex RODELL'S RIMSKI und der German Rex REX PAW PRINTS SCHATZ, sowie
der German Rex UNA BAILEY'S NEW MOON CHRISTINA und dem Cornish Rex TRINKA'S ICARUS
belegten 1970 eindeutig die Identität der Gene der beiden Rex Rassen. Diese Erkenntnis
wurde durch Rückkreuzungen ebenfalls bestätigt. Im Zwin-ger DAZ LING wurde die Trennung
der Cornish Rex und der German Rex gestartet und durch Einkreuzung von Havana's wurden
schon in den 70-er Jahren die Farben Chocolate und Lilac in die Cornish Rex eingebracht.
In Deutschland fehlten leider German Rex-Katzen und so wurden deutsche Hauskatzen
eingekreuzt, um die Zuchtbasis zu vergrössern. Auch eine Perserkatze und eine Devon Rex
wurden eingezüchtet. Die Perserkatze wirkte sich günstig auf die Felldichte aus, die
Devon Rex dagegen leider negativ. Ausserdem entstanden bei Verpaarungen mit der Devon Rex
nur Kätzchen mit normalem Fell. Mit diesen Kreuzungen wurde erstmals festgestellt,
dass die Gene der Rexkatzen verschieden sind und dass sie sich nicht erfolgreich
untereinander verpaaren lassen. Heute weiss man, dass die Cornish- und die German-Rex das
gleiche Rex-Gen (Gen 1) aufweisen, doch ist eine Kreuzung wenig sinnvoll, da sich die
Typen überhaupt nicht gleichen.
Zum Glück fand die Familie Barensfeld im Laufe der Jahre in der damaligen DDR noch
weitere interessierte Züchter. 1973 kam die erste deutsche Rex-Katze in die heutige
Bundesrepublik zur Familie Wöllner. Es kamen noch etliche Tiere nach, denn die Wöllners
waren die einzigen, die sich für diese seltene Rasse einsetzten und sie über Jahre
hinweg in Deutschland alleine züchteten. 1979 fand man in Siegburg in einem Reitstall
eine dritte German Rex Katze. PREUSS, so der Name des Katers, wurde ebenfalls in die
German Rex Linien eingekreuzt. Anfangs der 80-er Jahre fand Frau Hackmann auf Lanzarote
einen Rot-weissen Rexkater, der ebenfalls ins Zuchtprogramm integriert worden ist.
LOCKI-LANZAROTE schaffte problemlos den INT.CH. Sonst wurden nur noch Hauskatzen
eingekreuzt und so eine breite Zuchtbasis geschaffen. Allerdings eine mühselige Arbeit,
die Würfe bestanden ja aus normalhaarigen Kätzchen, erst eine Rückpaarung brachte
wieder das Rex-fell.
Anfangs waren auch die Typen der deutschen Rex-Katze noch sehr unterschiedlich: spitze
Köpfe, zu grosse Ohren und zu schlanke Tiere, aber auch zu runde Köpfe, runde Augen und
zu kräftiger Körperbau gab es. Hier rächte sich die Einkreuzung der fremden Rassen. Und
die von den Barensfeld eingekreuzten Devon Rex hatten noch Cornish Rexblut in ihrem
Erbgut. (Doppelrex) Es wurde wirklich wild durcheinander gemischt. Man hatte ja noch nicht
erkannt, dass es sich um verschiedene Rex-Gene handelte. Zu Anfang wurde auch nur auf das
Fell geachtet, der Typ war zweitrangig. Familie Wöllner arbeitete einen Standard
(Rassenbeschrieb) aus und im November 1982 wurde die Rasse durch die FIFe anerkannt.
Seither wurde gezielt am Typ gearbeitet. Heute präsentiert sich die German Rex als eine
mittelgrosse, kräftige und muskulöse Katze, ohne jedoch massiv oder plump zu sein. Der
Kopf ist gerundet mit kräftigen Wangen und die Nase hat am Ansatz eine leichte
Einbuchtung. Die Augen sind mittelgross und rund, die Ohren passend in der Grösse und mit
gerundeten Spitzen. Die Beine der German Rex sind mittellang und verhältnismässig fein
und sie steht auf ovalen Pfötchen.
Obwohl sich einpaar mutige Züchter an diese Züchterarbeit wagten und auch gute
Ergebnisse erzielt haben, ist die German Rex immer noch sehr selten. Die nur etwa 60
registrierten Zuchttiere dieser Rasse erklären, dass die German Rex an Ausstellungen
selten zu sehen ist. Noch heute, also 1999 ist es nicht immer möglich, German Rex mit
German Rex zu verpaaren, da die vorhandenen German Rex-Katzen viel zu selten, oder aber zu
nahe verwandt sind. Es wird immer noch mit Hauskatzen eine breitere Zuchtbasis geschaffen.
Hoffen wir, dass es auch in Zukunft Züchter gibt, die Spass an der verantwortungsvollen
Herausforderung haben, um eine alte, echte deutsche Katzenrasse für unsere Kinder zu
erhalten. Es wäre schön, wenn wir nicht in einigen Jahren wieder, wie bei vielen anderen
Rassen auch, die German Rex aus USA zu uns holen müssen, weil die Amerikaner eine
Rarität zu erhalten wissen.
Denn, alle Mühen lohnen sich tausendfach. Das Fell ist unkompliziert in der Pflege. Den
Haarwechsel der German Rex spürt man kaum, und wenn, dann können die losen Haare mit
einem feuchten Wildledertuch herausgestrichen werden. Das eigentliche Merkmal dieser
Rexkatze aber ist das Fell. Gleich nach der Geburt zeigt sich die Fellstruktur sehr
eindrucksvoll. Der erfahrene Züchter kann anhand des Geburtsfellchen schon in etwa
abschätzen, wie sich die Textur entwickeln wird. Beim Jungtier tritt zuerst eine
Rückentwicklung ein, die durchaus Zweifel aufkommen lässt. Die gelockte Schönheit
verschwindet und weicht immer mehr einer Struppigkeit und das gerade im Alter von etwa
10-12 Wochen, wenn sich der Rex-Interessierte für eine Besichtigung meldet. Die
Erklärung des Züchters hält er ungläubig für "Züchterlatein", das ihn als
Käufer für dieses eher "misslungene" Jungtier umstimmen soll. Es ist aber
tatsächlich so, auch bei allen anderen Katzen gleich welcher Rasse, nur, bei der German
Rex kann man es sehen. Durch die enorme Gewichtszunahme der Welpen dehnt sich die Haut,
ohne dass die Haarentwicklung gleich schnell mitgeht. Bei dem Rexfell, dem ja die
Grannenhaare fehlen, kommt es dann zu dieser Erscheinung und die tollsten Geburtslöckchen
verschwinden erst mal für einige Zeit. Man muss es einfach wissen, wenn man ein
Rex-Katzenkind kaufen will. Es gibt keinen Zweifel, man braucht etwas Geduld, aber die
Löckchen kommen wieder, spätestens mit dem Fellwechsel. Das Rexfell braucht für seine
Entwicklung oft zwei Jahre. Vielleicht sollte nochmals bemerkt werden, dass Cornish- und
German-Rex die gleiche Genstruktur haben. Deshalb kam es auch zu Verpaarungen. Heute muss
durch zielgerichtete Verpaarungen, bei intensivem Studium der Ahnentafeln, der fremde
Zuchteinfluss wieder rausgezüchtet werden, denn man will nun die deutsche Variante, neben
den beiden englischen Cornish und Devon, rein haben. Abgebrochene Schnurrbärte weisen
noch auf einen genetischen Einfluss der Devon Rex hin, werden aber durch die gute
Züchterarbeit immer seltener. Heute kann man annehmen, dass die voll registrierten German
Rexe annähernd "rein" sind in bezug auf die Rexgene.
Schirin von Assindia (f) |
Die meisten Bewertungspunkte gibt ein Bewertungsrichter für die Fellstruktur. Anhand der Standardbeschreibungen ist diese Beschaffenheit schwer herauszulesen. Eigentlich sind die übrigen Merkmale von geringerer Bedeutung und könnten jeder anderen Rasse angezüchtet werden, wie etwa Kopfform, Augenform usw. Vielleicht hätte man von Anfang an mehr auf das besondere Fell der German Rex hinweisen und ein längeres, wolligeres Fell festlegen sollen. Es ist machbar und die Zuchtergebnisse bei dem Haarkleid der German Rex bestätigen dies. Zur Zeit, wo der Standard für die German Rex festgelegt wurde, herrschte Uneinigkeit und diese Katze wurde in beiden deutschen Ländern gezüchtet. Beinahe wäre es auch noch zu zwei verschiedenen Standardbeschreibungen in den beiden deutschen Staaten gekommen. Eine Seite hat dann aber den bereits vorliegenden Entwurf zurückgezogen und so hatte die Deutsche Rexkatze, als älteste aller Rexkatzen, den schwersten Weg bis zur Anerkennung ihrer Eigenständigkeit gehabt und geschafft. Die Abgrenzung in der äusserlich sichtbaren Fellqualität ist zu den englischen Mutanten immer noch recht fliessend dargestellt und hängt sehr vom persönlichen Eindruck und den Erfahrungen des Richters mit der noch seltenen German Rex ab. Die Fellqualität ist das Entscheidende und sollte auch das Unterscheidende sein. Zum gewünschten kräftigen Typ sollte passend dazu auch dem längeren und gelockten Fell der Vorzug gegeben werden. Als tägliche Pflege genügen allerdings auch hier die Streicheleinheiten und die holen sich die Rexe schon selber.
Die German Rexe haben ein absolut freundliches Wesen und sie schliessen schnell Kontakt. Sie sind temperamentvoll, verspielt und intelligent. Sie sind voller neugierigem Tatendrang und stets voller verschmitzter Einfälle. Auch die German Rex beherrscht allerlei akrobatische Kunststücke, die sie, bestärkt durch unser herzhaftes Lachen, gerne unermüdlich wiederholt. Sie sind sehr menschenbezogen und nehmen an allen (Haushalt-) Aktivitäten lebhaften Anteil. Eines vertragen die Babies allerdings nicht: zu lange alleine gelassen zu werden, oder ohne die Bezugsperson Mensch zu sein. Sie leben ohnehin schon dauernd in Angst, ihr Mensch, ihr Halbgott könnte sie verlassen. So vernachlässigte Jungtiere zeigen ein Leben lang eine Nervosität und Aengstlichkeit, die sie zu Einzelgängern werden lässt. Die Stimme ist leise und selbst während der Rolligkeit sind die German Rexe angenehme Mitbewohner. Allerdings sind sie von Anfang an die "Bosse", nötigenfalls wird dieser Zustand mit knallenden Ohrfeigen hergestellt. Andere Rassen stehen da machtlos gegenüber und "es" dauert auch nur Sekundenbruchteile. Die Rexe lassen das andere Katzen aber nicht offensichtlich spüren, sie regeln fortan die Rangordnung mit Charme. Sie sind aufmerksam und lebhaft, sind ausgesprochen lieb, sehr umgänglich und auch von Fremden gut zu hüten. Sie sind wirklich gutmütig, vorallem im Umgang mit Kindern. Undenkbar, dass eine German Rex beisst oder kratzt - nur die Nr.1 wollen sie sein. Die German Rex ist ein Haustier mit einem angenehmen Charakter.
Als mir zum erstenmal eine German Rex gegenüber stand war ich hingerissen von ihr. Kleine Ohrbüschelchen wie ein Luchs, recht grosse Ohren, runder Kopf - also ein Babyface zum Knutschen! Darin bewegten sich pfiffige grosse Augen, in denen der Schalk zu greifen war. Sie kam mir entgegen mit einem dicken, runden Bäuchlein auf stelzigen feinen Beinen. Von vorne sah die German Rex aus, als ob sie zu lange krumme Dackelbeine hätte und von hinten wackelte alles, als ob sich soeben ein Boxerwelpe davonschleichen würde. Der Schwanz stand auf "Freundlichkeit pur" und der Willkommensgruss klatschte mitten ins Gesicht. Der Gesamteindruck liess Gedanken, wie : War die gestern beim Friseur?" aufkommen und der Griff ins Fell liess alle guten Vorsätze dahinschmelzen.
| Bonsai the frizzled frolic (w) Seal-Point, 4 month old |
Man darf eine Beschreibung der German Rex nicht beenden, ohne auch die
Angora German Rex zu nennen. Um die Farbenvielfalt der German Rex mit dem attraktiven
Weiss, das bei der Fellqualität besonders zur Geltung kommt, zu bereichern, wurde das
dominante Weiss aus der Perserzucht eingekreuzt. Zu dieser Zeit waren weisse EKH noch
ausserordentlich selten, sonst wäre man sicher diesen Weg gegangen. So wurde auch die
Langhaarigkeit eingezüchtet. Der Zufall schenkte einem German Rex Tier diesen Angorismus
bei gleichzeitiger Reduktion des Deckhaares. Diese längere Unterwolle hat auch eine
grössere Neigung zur Lockung. Diese sehr attraktive Varietät lässt sich jedoch im
bestehenden Standard nicht einordnen. Nun steht der German Rex-Züchter da, wo auch schon
die Somali-, Balinesen- oder Exotic-Shorthair-Züchter gestanden haben. Um diese
langhaarige German Rex als Varietät weiter zu führen und zur Anerkennung zu bringen, ist
noch viel züchterische Arbeit nötig. Bekennen muss man aber auch, dass mit dem Trend zum
längeren Fell auch die "Pflegeleichtigkeit" verloren geht und beinahe eine
Hinwendung zum Luxustier erfolgt. Trotzdem sollte man dieser Varietät Beachtung schenken
und den sicher steinigen Züchterweg gehen. Es wäre dann aber angebracht, durch einen
Zusatz, diese Tiere auch in den Papieren zu kennzeichnen, so wie das heute bei der Somali
und der Balinese gemacht wird. Einige züchterische Irrwege zeichneten die Anfänge der
German Rex Zucht auf, dazu gehörten auch Perserkatzen. Um auf die Farbe Weiss zu kommen,
wurden abermals Perserkatzen eingekreuzt und nun brachte der "genetische Zufall"
(Langhaar ist rezessiv - ll) eine neue Varietät. Eigentlich wollte man die Farbe Weiss
und bekam zusätzlich eine attraktive Fellstruktur. Man müsste diese Spezies als German
Rex Langhaar führen, obwohl das Fell keineswegs "langhaarig" ist. Es erscheint
eigentlich nur viel dichter und die Locken kommen gut raus. Trotzdem ist sie nicht mit
einer Selkirk zu verwechseln. Es wäre durchaus denkbar, dass sie bei genügend
vorhandenen Tieren, ähnlich den Colour-Points, den Somalis, den Balinesen oder
(umgekehrt) den Exotic-Shorthairs, verselbständigt würden.
German Rexkatzen sind züchterisch noch weitgehend unerschlossen. Sie sind besonders
interessant für den ernsthaften Züchter, der nicht nur "vermehren" will. Alle
Farben sind zugelassen und sollten die bisher noch wenig bunte Palette bereichern helfen.
Mögen sie aussehen wie sie wollen, wer sie liebt, wird ihr Sklave sein. Sie bezaubern
ihren Besitzer auf ihre ganz spezielle Art. Sie lassen niemals einen Zweifel aufkommen,
wer da "Chef" im Hause ist und regiert. Zufällig zum Heim gehörende
Artgenossen (auch anderer Rassen) haben in Demut zu erstarren und werden nur hie und da
mit einem Spielchen beglückt. Die der German Rex eigene Art zu spielen und zu
"ringen" oder knallende Ohrfeigen auszuteilen, lassen sie zu Darstellern der
Extraklasse werden, da sie genau wissen, dass man ihnen gerne zuschaut. Macht die German
Rex auf eingebildete Beute den "Todessprung", so begnügt sie sich keinesfalls
mit einem hundskommunen "Bocksprünglein", nein!, die krummen Beine schnellen
den Körper in die Luft und die German Rex landet erst nach einer anderthalbfachen
Schraube mit zweifacher Drehung, oder einem saltoähnlichen "Drüller". Soll ein
einmal beschlossener Plan nach langem Palaver ausgeführt werden, redet sie sich selber
gut zu und tut mit einem letzten Quitscher und freundlich schwanzwedelnd ihre Arbeit -
durchaus auch eine verbotene. Die German Rex geht nie einen normalen Weg, wenn es die
Möglichkeit gibt, über etwas zu klettern oder zu springen. Sie ist immer in Eile, immer
gerade dabei, etwas zu vollbringen, oder dem Artgenossen im Vorbeigehen eine zu
"knallen". Man kann wirklich nicht sagen, dass es einem um eine German Rex
jemals langweilig wird. Sie kann die Nase in die Kochtöpfe stecken, oder vom
Badewannenrand aus mit Seifenschaum um sich werfen, über Tische, Stühle, Schränke oder
Schultern rennen, immer in panischer Angst, ihr Halbgott 'Mensch' könnte sie verlassen.
Der Kopf, der mir dann gegen die Nase knallt, der Blick aus blinzelnden Augenschlitzen und
das laute Schnurren vertiefen eine ganz besondere Freundschaft. Die erste Begegnung - ein
bleibendes Erlebnis. Bitte helfen Sie mit, durch serioese Zuechtung diese liebenswerte
Rasse zu erhalten.
Autor:
(Quellenhinweis: Auszuege aus Artikeln von Katzen-Echo mit Erlaubnis von Frau Hackmann und Eigene)
Zuchtname: "the frizzled frolic"
Uschi Schwarzenbach
Obergiessenstrasse 12
CH- 9444 Diepoldsau
Tel/Fax 0041-71-7333705
E-Mail: frizzledrex@bluewin.ch
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