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Die Entstehung der Tiffanie in Europa war eigentlich ganz einfach: sie ist die langhaarige Variante der Burmilla und der Burma. Da die Burmilla über den Perser das Langhaargen trägt, fielen immer wieder hübsche, kleine langhaarige Babies. Bei den Burmillazüchtern wurden sie, da unerwünscht, an Liebhaber verkauft. In Deutschland fielen sie bei einer ganz normalen Burmilla - Verpaarung: CH. Gazzella Kismet, black silver tortie shaded und CH. Sellinus von Dschaya erzeugten in einem Sechserwurf zwei ganz entzückende blaue Tiffanykinder. Zunächst einmal blieb die ganze Sache unbemerkt, aber nach so zwei Wochen wunderte sich Frauchen, warum da wohl zwei Babies wuscheliger waren als die anderen. Als man fachmänischen Rat einholte, war das Erstaunen groß: daß Kismet noch Langhaar trägt, war ja klar, sie war eine F1 - Generation. Sellinus, der stolze Vater, ist eigentlich ein gut durch - gezüchteter Burmillakater. Und obendrein einer der Schönsten!! Also beschloß Frauchen, das kleine Tiffanymädchen Minberry`s Silver Birdy zu behalten. Mal sehen, was draus wird. Die nächste Verpaarung, Minberry´s Silver Aida und Gazzella Orion, brachte wiederum zwei kleine Tiffanymädchen zu tage: eine blue-tortie (Non-Agouti) und ein cream silver shaded. Leider verstarb das Blue-tortie bei seinen neuen Besitzern durch einen Unfall.
Jetzt kam natürlich die Überlegung, wo bekommt man einen entsprechenden Kater her. In Deutschland findet man mit Sicherheit keinen solchen. Zufällig traf ich auf einer Ausstellung eine Engländerin, Caroline Sharp, der meine Tiffanies auffielen. Sie sprach mich an und erzählte mir, daß Ihre Freundin Wendy Hopkins in England, ganz in der Nähe von London, Tiffanies züchte. Sie hatte zur Zeit einen Wurf. Es stellte sich heraus, daß dieser "Wurf" sich aus einem einzigen Kater in brown smoke zusammensetzte. Dieser wurde dann kurz vor Weihnachten unter abenteuerlichen Bedingungen nach Deutschland gebracht. Ich hatte die Hoffnung, er wäre nicht brown smoke, noch nicht aufgegeben. Aber er war smoke.Ihn konnte ich doch unmöglich mit meinen Agouti-Katzen verpaaren; smoke ist bekanntlich Non-Agouti. Aus dieser mißlichen Lage befreite mich Gazzella Kismet, indem sie einfach mit einem blauen Burmakater verbotenerweise fremdging. Aus dieser Verpaarung fielen zwei kurzhaarige Smoke-Mädchen in brown-tortie und black. Diese drei Katzen begründeten die Non-Agouti-Linie.
In der Zwischenzeit bekam auch das blaue Tiffaniemädchen Silver Birdy ihren ersten Wurf: fünf blaue Silver Shaded bzw. Silver Tabby Katerchen, davon vier Tiffanie und ein Burmilla, und drei blue Silver tortie shaded Mädchen, davon zwei Tiffanie und eine Burmilla.
Gazzella Orion, genannt Garfield wegen seiner Streifen, wurde auch mit einer Non-Agouti-Katze in black tortie, Minberry`s Tortelini, verpaart. Daraus entstanden drei Tiffanies in rot, creme und blau.
Auch der englische Tiffaniekater in brown smoke war mittlerweile einer großer, kräftiger Katzenmann geworden. Er warf sein Auge auf die Kätzin in brown tortie smoke aus der verbotenen Liaison. Daraus entstanden ein Bub und ein Mädchen in blau, ohne silber. Der kleine Bub ist ein Tiffany , aber das kleine Mädchen ist leider kurzhaarig geblieben.

Das Wesen der Tiffany
Wer kennt sie nicht, die menschenbezogene Burma, die selbstbewußt jeden Menschen um den Finger wickelt. Genauso ist die Non-Agouti Tiffany. Sie ist überall dabei, hilft beim Kistchen-Saubermachen und beim Kochen. Türen öffnen ist für viele Tiffany kein Problem, sind wir erst groß genug. Begreifen tun sie es schon, wenn sie gerade auf der Hand Platz haben. Papa Garfield zeigt es allen, wie es geht. Schließlich hat er seine Kinder gesäugt, geputzt und im Nacken herumgetragen. Die Non-Agouti-Tiffany ist eine sehr umtriebige Katze, aber dabei sehr verschmust und genauso menschenbezogen wie die Burma. Mein kleiner blauer Tiffanykater ist ein sehr zärtlicher, anschmiegsamer Bub geworden.
Die silberne Tiffany unterscheidet sich etwas von ihr. Sie ist wie die Burmilla. Hier wird alles kommentiert, es kann sich eine regelrechte Zwiesprache entwickeln, sie gibt auf alles eine Antwort. Sobald man nach Hause kommt, erzählt sie, was sie gemacht hat und wirft sich dann auf den Rücken: jetzt ist Streicheln angesagt. Sie versucht, in ständigen Körperkontakt mit ihrem Menschen zu sein: beim Fernsehen wie beim Essen sitzt sie immer auf dem Schoß. Es ist vollkommen normal, wenn man ein kleines Tiffanykind auf der Schulter umhertragen muß. Schließlich bin ich ja ein Kratzbaum, den man erklettern kann. Also schaffen Sie sich nicht zuviele an, sonst haben Sie zuviele im Nacken hängen!! Ich sage immer, Burmilla und Tiffanies sind lästig. Wer eine absolut verschmuste Katze haben will, für den sind diese beiden Rassen genau das Richtige.
Vererbung
Wer Tiffanies züchten möchte, sollte über solide Genetikgrundkenntnisse verfügen., da die Tiffany in zwei Kategorien vorkommt: Agouti und Non-Agouti. Die Agouti ist die Silver Shaded , die Silver Shell und selbst-verständlich auch die Silver Tabby. Sie entspricht einer Burmilla. Es gibt die Burmilla mittlerweile ja auch in rot, creme und tortie. Bei einer Shaded-Katze sieht man das Tortie so gut wie gar nicht, außer an den Pfoten. Ich halte es nicht für sehr sinnvoll, solche Farbschläge zu züchten. Anders bei Cameo: wer diese Farben züchten möchte, sollte nur rot und creme miteinander verpaaren. Die Non-Agouti ist die Self wie die Burmakatze und die Smoke. Hier wären Kenntnisse über die Vererbung der Burmakatze von Vorteil. Bei der Non-Agouti strebe ich die Anerkennung aller Burmafarben an, einschließlich der Torties und der Roten. Allerdings ist es hier noch ein sehr weiter Weg.
Selbstverständlich schließt sich die Verpaarung von Agouti mit Non-Agouti aus. Dies sollte auch im Standard festgeschrieben werden, da die Non-Agouti gelbe Augen haben sollte, während eine silberne Katze grüne Augen hat.
Wie ich am Anfang meines Berichtes geschrieben habe, entstand die silberne Tiffany aus einer reinen Burmillaverpaarung. Dies bedeutet, daß die Burmillas über Jahre und Generationen hinweg, das Langhaargen des Persers tragen.

Ausstellung
Die Tiffany wird, wie die Abbessinier und Somali, in der Kurzhaarkategorie ausgestellt, da sie nach dem Standard der Burmilla gerichtet wird. Leider wird sie aber öfter von Langhaar- bzw. Semilanghaar-Richtern gerichtet, die weder den Burma- noch den Burmillastandard kennen.Ich schlage einen Kompromiß vor: sie sollte von Kurzhaarrichtern gerichtet werden, allerdings an den Ausstellungstagen, an denen Semi-Langhaar gerichtet wird. Denn diese Rasse gehört nunmal zu den Semilanghaar!
Die Farben der Tiffany
Die silberne Tiffany kann in allen Farben gezüchtet werden, die auch bei der Burmilla anerkannt sind. Allerdings sollte man sich nicht verzetteln und zunächst nur die Grundfarben schwarz, blau, chocolate und lilac zur Anerkennung bringen. Wer Cameos mag, sollte sich nur diesem Thema verschreiben.
Die Non-Agouti kann in allen Burmafarben gezüchtet werden und eventuell auch in Smoke. Leider gibt es sie in Deutschland noch nicht in allzu vielen Farben.

Pflege
Die Tiffany gehört zu den pflegeleichten Semi-Langhaarkatzen. Zweimal im Monat kämmen genügt. Während des Fellwechsels kann man natürlich wegen der losen Haare öfter zur Bürste greifen. Sie neigt nicht zum Verfilzen des Felles.
Schluß
Im Moment, nämlich für die nächsten Verpaarungen, habe ich einen soliden Grundstock an Linien. Kritisch wird es dann wieder ab der 3. Generation. Deshalb habe ich mich in England umgeschaut und dort einen kompetenten Züchter gefunden, der mit mir zusammen die Tiffany zur Anerkennung bringen wird. Das Wichtigste ist, daß er auch Fife-Mitglied ist, sodaß wir auch unsere Linien wieder auffrischen können. Trotzdem wäre es ungemein wichtig, auch hier in Deutschland und den angrenzenden EU-Staaten Züchter zu finden, die mich mit Tatkraft dabei unterstützen könnten; auch für die neu zu gründende Interressengemeinschaft Burmilla / Tiffany. Es gibt viel zu tun; helfen Sie mir dabei!

Gründung der Burmilla und Tiffany Interressengemeinschaft
Gesucht werden Interressierte und Züchter der Rassen Burmilla und Tiffanie, die mit mir zusammen die Burmilla-Tiffanie IG im 1. DEKZV gründen wollen.
Nähere Informationen gibt es unter Telefon 06294/439182 bei
Autor:
Marion Minich von "Minberry`s"
Krautheimer Str. 69
D-74238 Krautheim-Neunstetten
Tel: 06294/439182
Homepage: http://www.Tiffany-cats.de
E-Mail: Minberry@tiffany-cats.de