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Die Türkisch Angora war um die Jahrhundertwende unter dem Namen Angora Katze bekannt. Obwohl die Türkisch Angora eine der ältesten Naturrassen ist und sicher Pate stand bei vielen langhaarigen Katzenrassen, geriet sie lange in Vergessenheit Sie machte mit den Jahren mehr und mehr eine Veränderung ihres Aussehens durch und aus ihr entstand die Perserkatze, welche bis zum heutigen Tage ebenfalls eine große Veränderung durchmachte.
In der Türkei war ebenfalls kein großes Interesse zu verzeichnen, trotz des Namens,
Nationalkatze.
Erst, als die ausländischen Touristen ihr Interesse an diesen Katzen bekundeten,
erinnerten sich die Türken wieder. Man startete eine Aktion in der die Einheimischen
darum gebeten wurden, dem Zoo in Ankara, Attatürk Orman Ciftligi, benannt nach dem
Landesvater, sowie dem Zoo in Istanbul Angoranachwuchs zu überlassen.
Um 1978 brachten Katzenfreunde die Türkisch. Angora erstmals wieder durch Direktimporte
aus der Türkei wieder in Erinnerung.
Will man sich Züchter dieser Rasse (n) nennen so bedarf es vieler wichtiger Kenntnisse. Für die Türkischen Katzen allgemein ist der Menschenkontakt vom ersten Tag wichtig um den Charakter zu formen. Böse Überraschungen gab es oft bei den Katzenfreunden, die ein älteres Tier aus der Türkei mitbrachten und es womöglich auch noch zur Schau stellen wollten. Da sie einen natürlichen Fluchtdrang besitzt, gab es so manch böse Überraschung für Besitzer und Richterjury. Dazu kam noch die anfängliche Unerfahrenheit der Angora-Besitzer, die dem Widerwillen der Tiere mit groben Handschuhen und Beruhigungsmitteln entgegen getreten sind. Dies führte dazu, daß die Türkisch Angora und die Türkisch Van lange für aggressiv gehalten wurde und somit von den Dachverbänden der europäischen Vereine nicht in die Palette der Rassekatze aufnehmen wollten. Wichtig ist, daß diese Rassen sofort nach der Geburt die menschliche Zuwendung bekommen, dh. nicht nur anschauen sondern immer wieder in die Hand. Auf Ansprache reagieren sie dann schnell und man stellt schnell fest, daß sie sofort auf eine fremde Stimme mit leichten fauchen reagieren.Die so aufgezogen Kitten werden ein bemerkenswertes Wesen bekommen und auch in ungewohnter Umgebung ihrem Menschen vertrauen.
Wer einer Türkisch Angorakatze in der freien Natur begegnet wird feststellen, daß sie
auf Ansprache des Menschen sofort reagiert.
Sie läßt sich streicheln, auf den Arm nehmen und umherschleppen.
Man merkt, daß sie eine Katzennatur ist die den menschlichen Kontakt sucht sich aber als
Erwachsene Katze nicht unbedingt ihre Freiheit nehmen läßt. Eine ihrer hervorstechenden
Eigenschaften ist ihre Sprungkraft. Ohne große Anstrengung fliegt sie auf eine 2 Meter
hohe Mauer, auf den Schrank, oder auf die Türe. Sie balanciert sehr gerne, spielt mit dem
Wasser wobei sie das Duschritual ihres Menschen gerne benutzt gleich mit einzusteigen.
Beeindruckend ist ihre Fähigkeit zur Schauspielerei. Gemütszustände werden deutlich,
manchmal fast theatralisch, zum Ausdruck gebracht.
Temperamentvoll und verspielt sind die türkischen Rassen bis ins hohe Alter, sie bleibt
einfach im Herzen jung.

In ihrer Heimat ist die Türkisch Angora eine Nationalkatze. Besonders die weiße mit
den verschieden farbigen Augen (odd-eyed), ein blaues und ein bernsteinfarbenes Auge.
Einer Legende zu Folge soll Mustapha Kenial Pasha Atatürk, Begründer der modernen
Türkei und 1938 verstorben, eines Tages als eine Ankara-Kedisi wiedergeboren werden. Im
Ursprung hieß diese Katze Angora, benannt nach der Stadt Angora, welche 1938 in Ankara
umbenannt wurde. Das Ursprungsland der Angorakatze liegt zwischen dem Schwarzen Meer und
dem östlichen Mittelmeer. Im Altertum fanden Katzen eigentlich nur bei den Ägyptern und
deren Nachbarn Beachtung.
Die Araber hatten eine geteilte Meinung über Katzen. Die Beduinen, als Nomaden, standen
den Katzen skeptisch gegenüber und verglichen sie mit Dschinnis, also bösen Geistern.
Bei den seßhaften Arabern waren Katzen gern gesehen und hatten es gut. Schon damals waren
weiße Katzen äußerst beliebt. Aus dem 7.Jahrhundert n. Ch. ist uns eine Geschichte von
dem Propheten Mohamed und seiner weißen Lieblingskatze Muessa überliefert.
Eines Tages war Muessa in dem Ärmel des Propheten eingeschlafen und als dieser zum Gebet gerufen wurde, wollte er die Ruhe seines Lieblings nicht stören. Kurzerhand trennte er mit seinem scharfen Schwert den Ärmel vom Gewand ab und ging zur Moshee.
Über die alten Handelsstraßen, die Orient und Okzident verbanden, kamen bereits im
16.Jahrhundert weiße langhaarige Katzen nach Europa. Wegen ihres besonderen Aussehens
waren sie vor allem bei dem weiblichen Adel hochbeliebt. Man nannte sie Angorakatze nach
dem griechischen Synonym der her heutigen Stadt Ankara. Angora ist auch heute noch die
Bezeichnung für andere langhaarige Tiere.
Die Angorakatze etablierte sich in den Königs- und Fürstenhäusern und man begann sie zu
züchten. Prinzessin Victoria von Schleswig-Holstein, Herzogin von Wellington oder
Countess of Warwick seien hier namentlich genannt. Ohne Grundlagenwissen über Genetik
entwickelten sie langhaarige Zuchtformnen, aus deren Ursprüngen wahrscheinlich unsere
heutige Perserkatzen entstammen.
So geriet die ursprüngliche Angorakatze immer mehr in Vergessenheit. Um 1954 wurde zum
ersten Mal eine Katze aus dem Istanbul Zoo in die USA geholt. Danach gelang es auch einem
Oberst aus den Staaten zwei weiße Angorakatzen mitzunehmen Somit wurde eine Zucht
gegründet und auch eine Ausstellung besucht. Der CFA Verband entschied 1970 die Türkisch
Angora in Weiß als eigenständige Rasse anzuerkennen. Erst nach fünf Jahren waren dann
auch die farbigen diesem Status würdig
Zu meinem Glück konnte ich im Jahre 1982 durch Freunde, die im diplomatischen Dienst der
Türkei standen, eine weiße Türkisch Angora aus dem Gülhane Park (Zoo in Istanbul)
bekommen, es war Türkye Ithal's Ashraf (genannt Minka), mit ihr begann meine Zucht und
durch Sie bekam ich den Anreiz diese Rasse in der FIFe zur Anerkennung zu bringen.
In Deutschland konnte man sich einfach nicht zu einer Anerkennung entschließen, obwohl
einige Versuche gestartet wurden. Erst 1989 konnten hartnäckige Liebhaber dieser Rasse
die Anerkennung im Europäischen Dachverband der Federation Internationale Filne (FIFe)
durchsetzen. Der Standard beschreibt die Angora als eine elegante, schlanke und
hochbeinige Katze mit grazilen Bewegungen, langem buschigem Schwanz der über den Rücken
gelegt die Schulter erreicht. Die hohen, schlanken Beine haben runde, zierliche Pfoten mit
Haarbüschel zwischen den Zehen. Ihr Kopf soll ein keilförmiges Dreieck mit gerader
Nasenlinie haben, die Augen sind Mandelförmig Das Kinn soll eine gerade Linie mit der
Nasenspitze bilden. Die Ohren sollen auf dem Kopf (nicht seitlich) sitzen, so daß nicht
mehr als ca. 3 Finger breiter Abstand zwischen ihnen liegt.
Auch sollte die Größe der Ohren passend zum Kopf sein und nicht überdimensional wirken.
Ihr Haarkleid ist von seidiger, weicher Struktur ohne Unterwolle. In den Sommermonaten wirkt sie eher wie eine Kurzhaarkatze. In der Türkei lebende Angoras sind im Sommer faßt nicht von einer Kurzhaarkatze zu unterscheiden.
Der Zoo von Ankara hält zur Zeit 12 weiße Türkisch Angora Pärchen, ob sie nun alle
hörend sind konnte man nicht feststellen. Jeder Wurf wird mit Anzahl und Farben
registriert. Die Katzen besitzen keine Namen sondern haben ein Halsband mit Kennummer. In
den Würfen befinden sich oft farbige, meist bicolours (farbig und weiß) mit und ohne
tabby. Silber oder smoke in den Würfen ist auch keine Seltenheit.
Dazu werden zwei Pärchen der Anatolischen Katze und ein Pärchen der Siam alten Typs
gehalten.
Der Zoo von Istanbul, Gülhane-Park, war lange Zeit im privaten Besitz und ohne jegliche Pflege der dort gehaltenen Tierbestände. Seit 1994 sind weder wilde Tiere noch Türkische Katzen dort zu sehen. Der Gülhane Park ist in erster Linie nur noch ein Freizeitpark

Autor:
Cattery: "Sutalih's-d'Wasserloos" Türkisch Angora &
Türkisch Van
Gisela Schlothane-Römer
Friedr-Ebert-Str. 199
42549 Velbert
Tel.02051-955548 Fax 955547
e-mail: roemer@catterys.de